Klassenfahrt München 2026 10a

Klassenfahrt München 2026 10a

Mein erster Eindruck von München war der Marienplatz. Nach unserer Zugfahrt über Ulm und einem kurzen Abstecher zur Jugendherberge kamen wir von der dunklen U-Bahn auf den Platz mit dem wunderschönen Rathaus. Von dort aus begann unsere Stadtführung: Wir spazierten über den Viktualienmarkt und am Hofbräuhaus vorbei, zur Oper neben der Residenz und besuchten zwei schöne Kirchen. Abends gingen wir als Klasse im Hofbräuhaus essen. Am Dienstag besuchten wir die Sets auf dem Bavaria Filmpark und die Pinakothek der Moderne in der Ausstellung „Design und Wirtschaft“. Mittwochs verbrachten wir den Vormittag am Starnberger See mit Schwimmen, Sonnen und Picknicken, das Wetter und die Stimmung waren traumhaft. Die viele Freizeit, die uns die Klassenfahrt über gegeben wurde, nutzten wir oft, um zusammen essen oder shoppen zu gehen und mit den scheinbar endlosen Straßen- und U-Bahnfahrten. Am Donnerstag bekamen wir eine Tour zu Bau und Geschichte des Olympiaparks mit seinen aufgespannten Zeltdächern und den vielen Stadien und spielten dort Minigolf. Die Freizeit danach nutzten wir, um die BMW-Welt anzusehen und die letzten Einkäufe für die Rückfahrt zu machen. Erst ein wenig lustlos begannen wir unseren Abreisetag mit einer letzten Führung durch das Schloss Nymphenburg, dessen Eingangshalle unsere erste Meinung doch noch geändert hat: Riesige Kronleuchter, filigrane Skulpturen und bunte Wandmalerei. Dieses Bild von Eleganz zog sich durch das ganze Schloss fort, mit den Tapeten, den „Gemälden der Schönheiten“ und den Kronleuchtern. Nach diesem letzten schönen Blick auf München machten wir uns auf den Heimweg. 

(Charlotte Schwarz, 10a) 

J11 „Zukunftstage Berufsorientierung“ 2026

J11 „Zukunftstage Berufsorientierung“ 2026

Auch in diesem Jahr organisierte das Team für die Studien- und Berufsorientierung (Frau Ehrler & Herr Debellemaniere) die „Zukunftstage Berufsorientierung“ für die J11. Damit die Schülerinnen und Schüler über unterschiedlichste Möglichkeiten ihre Zukunft zu gestalten aufgeklärt werden, gab es zwei Tage Workshops, wichtige Informationen und externe Vorträge.  Zum Einstieg ging es darum die Möglichkeiten nach dem Abitur aufzuzeigen. Anschließend mussten die Schülerinnen und Schüler in Gruppen einen Finanzplan für das erste Jahr erstellen, in welchem sie allein in einer neuen Stadt leben (Stuttgart, München, Hamburg, Budapest, uvm.). Um den ersten Tag locker abzuschließen, wurde in Gruppen eine Brücke im Sinne eines Assessement-Centers gebaut. Hier war Teamplay gefragt! Natürlich wurde auch überprüft, welche der Brücken am meisten Gewicht tragen konnte. Hier wurde es sehr spannend und es gab zwei Brücken, die mehrere Kilogramm aushielten.  
Am zweiten Tag gab es Vorträge von Studienbotschaftern des KIT (Sportwissenschaft & Bauingenieurswesen). Anschließend wurde das breite Spektrum der Geisteswissenschaften vom Herder-Institut für historische Ostmitteleuropaforschung aus Marburg vorgestellt.  
Zum Abschluss wurde von Herrn Faggiano ein Bewerbungstraining durchgeführt, das hilfreich für die Vorbereitung für Bewerbungsgespräche ist.  Zusätzlich hatten alle die Möglichkeit auf eine persönliche Berufsberatung bei Frau Schneider von der Bundesagentur für Arbeit. Die Gespräche waren laut Rückmeldungen der Schülerschaft sehr informativ und hilfreich.  
Insgesamt wurde die zwei Zukunftstage von den Schülerinnen und Schülern mit folgendem Ausschnitt der Ergebnisse evaluiert: 

„Die Zukunftstage zur Berufsorientierung waren sehr informativ und hilfreich bei meiner Studiensuche. Die Vorträge als auch die individuellen Aufgaben waren praktisch und informativ. Daher sehr empfehlenswert für nächste Klassen.“ 

„Ich finde die Zukunftstage zur Berufsorientierung sehr gut, da man viel lernt und einen guten Einblick in das Leben nach dem Abi bekommt. Zudem finde ich das persönliche Feedback, z. B. vom Bewerbungstraining, sehr hilfreich.“ 

Wir bedanken uns bei allen Referierenden und sind froh unsere Schülerschaft adäquat auf ihr Berufsleben vorzubereiten! 

(Kenny Debellemaniere, Koordinator Berufs- und Studienorientierung) 

J11 besucht die Vocatium Karlsruhe 2026

J11 besucht die Vocatium Karlsruhe 2026

Wie jedes Jahr besuchte die J11 im Rahmen der Berufs- und Studienorientierung am Schiller-Gymnasium die Berufsinformationsmesse Vocatium in Karlsruhe. Hierbei wurden im Vorfeld die Vielzahl an Ausbildungen und Studiengängen aufgezeigt und nach Interesse der Schülerinnen und Schüler individuelle Gesprächstermine mit den ausgewählten Unternehmen, Universitäten oder Institutionen ausgemacht.  Somit kann eine enge Betreuung und interessenorientierte Beratung für die berufliche Zukunft unserer Schülerschaft erfolgen. Einige Schülerinnen und Schüler konnten auch Gesprächszertifikate erlangen, mit welchen sie bei möglichen Bewerbungen bevorzugt werden. Neben einer Vielzahl an Ausstellern, gab es nicht MI(N)T-Mach-Stationen zu den Themen Maschinenbau, Arzneimittel, Teeherstellung, Logistik und Robotik.  Darüber hinaus gab es noch ein Vortragsangebot mit Schnuppervorlesungen.  Insgesamt erlebten alle Teilnehmenden die Vocatium als großen Mehrwert auf der Suche nach dem eigenen Berufsweg. Nahezu alle würden den Besuch weiterempfehlen:  

„Die Vocatium war eine großartige Messe für die Berufswahl. Ich fand sie sehr informativ mit kompetenten Beratern und ausführlichen Gesprächen. Sehr empfehlenswert.“ 

Wir freuen uns auf den nächsten Besuch! 

(Kenny Debellemaniere, Koordinator Studien- und Berufsorientierung) 

Unsere Fahrt nach Strasbourg – endlich besuchen wir einmal unsere Nachbarn!

Unsere Fahrt nach Strasbourg – endlich besuchen wir einmal unsere Nachbarn!

Immer wieder haben sich die Französischschüler der 7. Klassen gewünscht, endlich einmal nach Frankreich zu fahren. Wieso sollte man sonst Französisch lernen? Am Mittwoch, den 15. Juli war es dann endlich so weit. Um 8.10 Uhr starteten wir pünktlich, um den Weg nach Strasbourg anzutreten. Einige kannten die Stadt schon, für andere war es Neuland. Im Vorfeld hatten wir schon einige Ausdrücke geübt, um gut durch den Tag zu kommen.  

Nach einer raschen Fahrt erreichten wir die Innenstadt und sahen, wie die Stadt erst richtig zum Leben erwachte. Wie angekündigt, stiegen wir dann Stufe um Stufe in die Höhe, um die Kathedrale und ihre Plattform zu besteigen. Für einige eine wahre Herausforderung! Das gleiche galt dann auch für den Abstieg. Im Anschluss gab es Freizeit, die sehr unterschiedlich genutzt wurde. Shoppen und essen waren besonders beliebt. Die zweite Herausforderung war die Bootsfahrt durch die Stadt, hier konnten viele Eindrücke gewonnen werden, auch wenn die Fahrt doch lang war. Mit viel Sonne fuhren wir bis zum Europaviertel. Danach gab es noch Zeit, durch die Innenstadt zu gehen und auch Souvenirs zu kaufen.  Am Nachmittag traten wir dann wieder die Reise nach Pforzheim an. Es gab viel zu erzählen. Es war ein schöner Tag in Strasbourg!!!  

(Klassen 7a&b, Frau Neu, Herr Ehrler)  

Unsere schöne Tradition am Schiller – der Französisch-Vorlesewettbewerb der Klassen 6

Unsere schöne Tradition am Schiller – der Französisch-Vorlesewettbewerb der Klassen 6

Am 13.07. war es endlich soweit, der Französisch-Wettbewerb der Klassen 6a und 6b fand statt. Aus jeder 6. Klasse hatten sich jeweils drei Schülerinnen und Schüler bereit erklärt, ihr Können beim Vorlesen vor der Klasse unter Beweis zu stellen. 
Zu Beginn lasen die Teilnehmenden einen vorbereiteten, bekannten französischen Text vor. Er handelte von Arthur, dem Papageien, der die Schüler schon ein ganzes Jahr begleitet hat. Dabei überzeugten sie mit einer sicheren Aussprache und einer sehr guten Betonung. Im Anschluss folgte ein unbekannter Text, mit dem die Französischkenntnisse auch ohne Vorbereitung getestet wurden. 
Die Leistungen aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren beeindruckend. Besonders schön war zu sehen, mit wie viel Motivation und Freude die Schülerinnen und Schüler an den Wettbewerb herangingen. Man merkte deutlich, dass sie sich auf den Wettbewerb gefreut hatten. Genau diese Offenheit, Neugier und Begeisterung sind die beste Grundlage, um eine neue Fremdsprache erfolgreich zu lernen und mit Freude anzuwenden. 
Die drei Besten wurden mit einem Büchergutschein ausgezeichnet, der sie dabei unterstützen soll, sich weiter für Französisch zu begeistern. Darüber hinaus erhielt jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer eine schöne Urkunde, einen kleinen Eiffelturm sowie weitere Souvenirs direkt aus Frankreich als Erinnerung an den Wettbewerb.

  1. Platz Niels Torwesten  
  2. Platz Luis Sen  
  3. Platz Miriam Dortleff  

weitere Plätze: Madina Feros, Runa Lemke, Lea Springer 

Begleitet und bewertet wurde der Wettbewerb von Frau Neu, Herrn Hascher, Herrn Ehrler und Mia Winterstein (J1). 

Herzlichen Glückwunsch für die tollen Leistungen.  

(Mia W., J11)  

Abi Vegas – um jeden Punkt gepokert: Abiturfeier 2026 am Schiller-Gymnasium Pforzheim

Abi Vegas – um jeden Punkt gepokert: Abiturfeier 2026 am Schiller-Gymnasium Pforzheim

„Abi Vegas – um jeden Punkt gepokert“ – unter diesem Motto feierte der Abiturjahrgang 2026 des Schiller-Gymnasiums Pforzheim am Freitag, den 10. Juli 2026, den erfolgreichen Abschluss seiner Schulzeit. 

Ein Abend voller festlicher Momente, bewegender Rückblicke und großer Vorfreude auf das, was vor den Abiturientinnen und Abiturienten liegt. Ganz nach dem Motto hieß es: Alles auf Rot? Nein – alles auf Zukunft! Gemeinsam wurde gelacht, getanzt und auf zwölf ereignisreiche Schuljahre angestoßen, die den Jahrgang geprägt und auf diesen besonderen Meilenstein vorbereitet haben. 

Im feierlichen Rahmen nahmen die Abiturientinnen und Abiturienten ihre Zeugnisse entgegen. Musikalisch umrahmt und begleitet von den Grußworten der Geschäftsführung, der Schulleitung, des Elternbeirats sowie der Stufensprecherinnen und Stufensprecher wurde auf die vergangenen Jahre zurückgeblickt. Persönliche Erinnerungen, humorvolle Anekdoten und dankbare Worte machten deutlich, wie viele gemeinsame Erlebnisse, Herausforderungen und Erfolge diese Zeit geprägt haben. Gleichzeitig richteten alle Rednerinnen und Redner den Blick nach vorne – auf einen neuen Lebensabschnitt voller Möglichkeiten, Chancen und persönlicher Entwicklung. 

Für das leibliche Wohl sorgte das Küchenteam unter der Leitung von Herrn Steinbach. Mit einem liebevoll zusammengestellten Buffet, das von abwechslungsreichen Vorspeisen über köstliche Hauptgerichte bis hin zu vielfältigen Desserts reichte, wurde der festliche Abend kulinarisch abgerundet und ließ keine Wünsche offen. Mit dem bestandenen Abitur haben die Absolventinnen und Absolventen den größten Gewinn des Abends erzielt – ihren ganz persönlichen Jackpot. Nun beginnt für sie ein neuer Lebensabschnitt, in dem sie ihre Träume verwirklichen, neue Wege einschlagen und ihre Zukunft selbst gestalten können. 

 Wir wünschen unseren Abiturientinnen und Abiturienten für ihren weiteren Weg alles Gute. Mögen sie den Mut haben, neue Herausforderungen anzunehmen, ihre Chancen zu nutzen und ihren eigenen Weg mit Zuversicht zu gehen. Die Zeit am Schiller-Gymnasium endet – die Erinnerungen an viele gemeinsame Erlebnisse, Freundschaften und Erfahrungen bleiben. 

Herzlichen Glückwunsch zum bestandenen Abitur – ihr habt den Jackpot geknackt! 

(Kenny Debellemaniere & Rebecca Geib) 

SMV goes Europapark

SMV goes Europapark

 

Nach einem ereignisreichen Schuljahr und unzähligen Events wurde die SMV mit einem gemeinschaftlichen Ausflug in den Europapark belohnt. Durch die Durchführung der SMV-New Years Party war es möglich, dass der Ausflug für alle Mitglieder der SMV komplett kostenlos war. Daher ging es morgens um 8:10 Uhr mit einem für die SMV gemieteten Bus zum Europapark.  

Von Klasse 5 bis 12 waren alle Klassen vertreten und neben dem Nervenkitzel Achterbahnen wie Silverstar, Voltron, BlueFire oder Poseidon konnte man sich nochmals besser kennenlernen oder bereits Pläne für das nächste Schuljahr schmieden. Hauptsächlich stand aber der Spaß im Vordergrund und alle Schülerinnen und Schüler konnten den Ausflug bei bestem Wetter genießen! Nachdem die Schülerinnen und Schüler in Gruppen den Europapark erkundet haben, trafen sich alle wieder um 18 Uhr am Ausgang, wo es dann nach einem langen und warmen Tag im klimatisierten Bus wieder zurück zur Schule ging.  

Die SMV bedankt sich bei all ihren Mitgliedern für ihr unerschöpfliches Engagement und der Motivation das Schiller-Gymnasium stets weiterzuentwickeln und den Lernort zu einem Ort des Wohlfühlens zu machen!  

(Kenny Debellemaniere, SMV- und Verbindungslehrer) 

„Nathan der Weise“ am Schiller-Gymnasium

„Nathan der Weise“ am Schiller-Gymnasium

In zwei Vorstellungen präsentierte die Theater-AG am Schiller-Gymnasium (Jgst. 6 bis 8) im Juli ihre Version von Lessings berühmtestem Drama über Toleranz, Freundschaft, Familie und Mut. 

Gut sieben Monate lang hatten die dreizehn Schüler:innen der AG den komplexen Originaltext gekürzt und sprachlich vorsichtig in ihre Sprache übertragen, damit ihn alle Mitschüler:innen verstehen können. Nur das Herzstück des Dramas, die Ringparabel, die Geschichte von den drei gleich guten, gleich schönen Ringen, die die drei abrahamitischen Religionen Judentum, Christentum und Islam präsentieren, musste, darauf bestand AG-Leitung und Deutschlehrerin Frau Zejewski, im Originalversmaß (fünfhebiger Jambus) von Hauptdarsteller Mete Akyüz (Klasse 7a) als Nathan vorgetragen werden. Damit die Handlung dieser Parabel dennoch verständlich bleibt, erarbeiteten die AG-Mitglieder passend zu ihr eine anschauliche Pantomime mit großen Ringen. 

Das Ergebnis war eine gut einstündige Version des Klassikers, die dennoch keine Figuren und wichtigen Szenen unterschlägt: Krieg in Jerusalem – und das zwischen drei Religionen, die an den gleichen Gott glauben. Mittendrin erfährt der jüdische Kaufmann Nathan, der von allen für seine Weisheit geschätzt wird, dass sein Haus gebrannt hat und ein christlicher Kreuzritter namens Curd von Stauffen (Felix Weißert, 7a) das Leben seiner geliebten Tochter Recha (Lea Springer, 6b) gerettet hat. Während Nathan überlegt, wie er dem Retter am besten danken kann, interessiert seine Haushälterinnen Daja (Pauline Meyer, 7b / Luisa Wachtler, 7a) und Dajana (Leoni Justmann, 7b) vor allem, wie sie Recha und Curd verkuppeln können. Denn was nur Nathan und die beiden wissen: Recha ist gar nicht Nathans leibliche Tochter, sondern ein christliches Waisenkind, das Nathan als Baby von einer Klosterschwester (Lea Bardowa, 7a) überreicht bekommen hat.  

Der muslimische Sultan Saladin (Julian Kettig, 7a) hat derweil andere Sorgen: Neben der leeren Kasse beschäftigt ihn, wieso der eben freigelassene Ritter seinem verstorbenen Bruder so ähnlich sieht – der in der Schiller-Inszenierung groß als per KI gealterte Version von Curd-Darsteller Felix auf der Bühnenrückwand prangt. Zumindest gegen die leeren Kassen haben Schatzmeister Al Hafi (Nicolas Petri, 7a / Luisa Wachtler, 7a) und Sittah, die schlaue Schwester des Sultans (Lea Bardowa, 7a), die ihn auch ständig im Schach schlagt, Ideen: Sittah will Nathan eine Falle stellen – aber alle unterschätzen Nathans Intelligenz und Weisheit. Als sich eigentlich gerade angefreundet haben, begeht Curd einen folgenschweren Fehler: Er zeigt Nathan bei der brutalen Patriarchin (Milena Luszczyk, 8b) an. Doch dank des Schutzes kommen am Ende alle mit dem Leben davon und stellen fest, dass sie trotz ihrer unterschiedlichen Religionszugehörigkeiten oder Religionslosigkeit eine große Familie sind! 

Auch die AG-Mitglieder sind im Laufe ihrer Arbeits- und Probenzeit, die nicht selten auch außerhalb der Schulzeit lag, wie eine kleine Familie zusammengewachsen, sodass es leichter fiel, in der Rolle gemeinsam mit den anderen die eigene Komfortzone zu verlassen: Eigentlich ruhige, besonnene Kinder brachen als Klosterschwester oder Tempelritter überzeugend in Wut aus, verliebte Blicke wurden getauscht, wo höchstens Freundschaft besteht, und am Ende umarmten sich alle, ohne zu murren. Eine großartige Leistung! Erwähnenswert auch: Die wenigsten Besetzungen entsprachen den tatsächlichen Weltanschauungen der Darsteller:innen. Überzeugte Atheisten spielten Christen, Muslime Juden, Orthodoxe Muslime – weil es im Theater eben auch nicht auf die richtige Religion, sondern das Spiel ankommt. 

(Christina Zejewski) 

„Romy und Julia“ – Erste Premiere des Kurses Literatur und Theater holt Shakespeare ins Jahr 2026

„Romy und Julia“ – Erste Premiere des Kurses Literatur und Theater holt Shakespeare ins Jahr 2026

Mit „Romy und Julia“ brachte der Kurs „Literatur und Theater“ (Jgst. 11) am 4. Juli in der Bergdorfhalle eine eigene Bearbeitung des Jahrtausende alten Stoffes über zwei Liebende aus verfeindeten Familien auf die Bühne. 

Nachdem Romy Montague (Leni Krüger) von ihrer Angebeteten Rose (Wenting Liu) eine homophobe und klassistische Abfuhr erteilt bekommen hat, versuchen ihre Freunde Benni (Leonie Buchter) und Mercutio (Wenting Liu) sie aufzumuntern. Sich auf den Ball der verfeindeten Familie Capulet zu schleichen, klingt nach einer willkommenen Ablenkung – gerade weil Montagues dort explizit nicht willkommen sind.  Dieser Ball verfolgt jedoch einen bestimmten Plan: Vater und Mutter Capulet (Pia Wolf und Leonie Buchter) sorgen sich nicht um ihr Kind, sondern nur um das Familienvermögen, und wollen ihre einzige Tochter Julia (Maja Vrkić) mit dem reichen, aber chauvinistischen Paris (als Gast: Ben Richardon aus der 8b) verkuppeln. Mit aufgezwungenem Kleidchen und nach aufgezwungenem Tanz zieht sich Julia mit ihrem Handy in eine Ecke des Ballsaals zurück, scrollt durch Instagram – und verliebt sich in Romy, die den Frust über den Korb ebenfalls in den sozialen Medien (und etwas Alkohol) zu ertränken versucht.  

Zum Glück kennt Romy den Geistlichen Bruder Lorenzo (Pia Wolf), der schnell bereit ist, die frisch Verliebten zu verheiraten. Neben Romeos Freunden ist nur Julias Amme (Emma Moser) eingeweiht. Auch ihre Existenz hängt zwar von den patriarchalen Machtstrukturen der Capulets ab, aber sie ist das einzige Mitglied des Capulet-Clans, das sich tatsächlich für Julias Wohlergehen interessiert. Leider stoppt selbst die Hochzeit die Fehde zwischen den wohlstandsverwahrlosten Capulets und neureichen Montagues nicht: Julias Cousin Tobi (Tia Pichler) verliert den Kampf mit seinen inneren Dämonen und lässt die Gewaltspirale eskalieren. Am Ende sind er und Romys Freund Mercutio tot. Trotz Verheiratung scheint die Situation für Julia und Romy aussichtslos. Julias Eltern drängen weiterhin auf eine Ehe mit Paris, und Julia sieht nur einen Ausweg: Sie wird ihren Tod vortäuschen. 

  Shakespeare wäre zufrieden gewesen: Auch in der zugehörigen Klausur („Literatur und Theater“ ist ein Unterrichtsfach in der Oberstufe) haben die Schülerinnen gezeigt, dass sie die Maximen des Großmeister der Unterhaltung William Shakespeare verstanden haben: verbotene Liebe, große Bälle, schöne Kostüme, Intrigen, Kampfszenen, Blut und Mord – dem Publikum soll etwas geboten werden. Und das Geschlecht der Schauspieler spielt bei der Besetzung keine Rolle. Auch die Vermischung von bekanntem Stoff und eigenem Zeitgeist kennt bereits Shakespeare: Klar sind Romy und Julia queer und klar lernen sie sich zeitgemäß über Instagram kennen. 

Gleichzeitig haben es die Schülerinnen geschafft, ganz eigene, leise, nachdenkliche Töne in ihr Stück einzubauen und diese überaus überzeugend zu spielen. U. a. mit Subtexten und inneren Monologen haben sie sich auf ihre Rollen vorbereitet. 

Aber nicht nur das Schauspiel, auch sämtliche Entscheidungen zu Regie und Ausstattung oblagen den Schülerinnen selbst, für die die Aufführung am 4. Juli zugleich eine praktische Prüfung war. Ein aufwendig geschnittenes Video zeigt im Hintergrund des Balls den Chatverlauf zwischen Romy und Julia, Statisten der Theater-AG füllen den Bühnenraum als Ballgäste, die Montague-Gang chillt auf Klappliegen im Park. Insgesamt beweist die Gruppe große Kreativität und Erfindungsreichtum beim Bühnenbild, zum Beispiel wenn der Sportmattenwagen der Bergdorfhalle binnen Sekunden zu Julias Bett wird. 

Auch die Kostüme senden ihre eigenen Zeichen und präsentieren sich durchgehend durchdacht: Rose nimmt man die Trophy Wife im pinken Kleidchen mit tiefem Ausschnitt sofort ab. Mutter Capulet tritt im feschen Hosenanzug umso resoluter auf, wenn sie für ihre 17-jährige Tochter nicht nur das Kleid, sondern auch den Mann aussucht. Und Julia wird vom Püppchen wider Willen im Kleid zur selbstbewussten jungen Frau in Jeans und Motto-Shirt: „Not a doll“, sagt der Aufdruck.  

Den emotionalsten Momenten ist eine minutiös getimte musikalische Begleitung unterlegt; mehrere professionell gespielte Kuss-Szenen beweisen, dass die Darstellerinnen für ihr Herzensprojekt all in gegangen sind. 

Doch im Gegensatz zu Shakespeare sind die Liebenden am Ende nicht tot. Lange hat der Kurs mit sich gerungen, wie das Ende der Geschichte in einem halb-fiktiven 2026 aussehen könnte. Schließlich waren sich die Schülerinnen einig: Julia und Romy müssen nicht sterben, damit ihre Botschaft vom Recht auf Selbstbestimmung ankommt. Kitschig wird es trotzdem nicht: Julia erwacht zwar aus ihrer Todesstarre, wird aber dennoch aus dem Haus gejagt. Wer sich dem Willen der Eltern nicht fügt, ist gestorben – egal, ob er eigentlich noch lebt. Auch Romys Vater (Tia Pichler) will das queere Paar nicht bei sich aufnehmen, sondern organisiert eine kleine Wohnung irgendwo abseits. 

Dem Publikum aber bleibt die Gewissheit, dass die beiden ihren Weg gehen werden. 

(Christina Zejewski) 

Einladung zur Werkschau der Theatergruppen am Schiller-Gymnasium am 4. Juli in der Bergdorfhalle: „Nathan der Weise“ und „Romy und Julia“ (Eintritt frei)

Einladung zur Werkschau der Theatergruppen am Schiller-Gymnasium am 4. Juli in der Bergdorfhalle: „Nathan der Weise“ und „Romy und Julia“ (Eintritt frei)

„Nathan der Weise“ (Theater-AG der Jgst. 6 bis 8)

Krieg in Jerusalem – und das zwischen drei Religionen, die an den gleichen Gott glauben. Mittendrin erfährt der jüdische Kaufmann Nathan, genannt „der Weise“, dass ein Kreuzritter das Leben seiner geliebten Tochter gerettet hat, aber sich nun nicht mehr blicken lässt. Der muslimische Sultan hat derweil andere Sorgen: Neben der leeren Kasse beschäftigt ihn, wieso der eben freigelassene Ritter seinem verstorbenen Bruder so ähnlich sieht. Doch auch Nathan selbst hat ein Geheimnis …

Die Theater-AG am Schiller-Gymnasium bringt Gotthold Ephraim Lessings berühmtestes Stück in einer selbst geschriebenen Bearbeitung auf die Bühne. Dabei bleibt die zentrale Botschaft des Originals erhalten: Es geht um Toleranz, Freundschaft, Familie, Mut und die Frage, wie Menschen friedlich miteinander leben können, obwohl sie unterschiedlich glauben und denken.

Samstag, 4. Juli, 15:00 Uhr, Spieldauer ca. 60 min

 

„Romy und Julia“ (Kurs Literatur und Theater der Jgst. 11)

Zwei junge Frauen, zwei Familien, viel Streit und mittendrin eine Liebe, die nicht sein soll – wenn es nach den Eltern geht. Aber Julia, der ihr Leben lang Grenzen gesetzt wurden, setzt nun ihre eigenen. Romy die selbst mit einem gebrochenen Herzen noch für ihre Liebe kämpft, wird in ein Leben eingeführt, das sie bis jetzt noch nicht kannte. In einem Strudel aus Hass, Freude, Angst und Bedauern wird der Liebe ein neuer Name gegeben. Romy und Julias Liebe ist für das alte Verona eine Tragödie, für die beiden jedoch ihr großes Glück.

Mit „Romy und Julia“ bringt der Kurs „Literatur und Theater“ eine eigene Bearbeitung des jahrtausende alten Stoffs auf die Bühne. Auf Grundlage der Shakespeare-Version haben die sieben Schülerinnen ihr erstes eigenes Stück geschrieben und zeigen mit moderner Sprache, Humor und viel Gefühl, warum diese Geschichte auch heute noch etwas mit uns zu tun hat.

Samstag, 4. Juli, 17:00 Uhr, Spieldauer ca. 90 min